Provocateur Michel Péclard: Die Reichen wehren sich

Die öffentliche Meinung neigt zur Vorverurteilung der Reichen. Sobald es um jemanden geht, der Geld hat, wird in den sozialen Medien sofort Partei gegen ihn ergriffen. So auch im Fall von Bruno und Claudia Valsangiacomo-Brandestini, die sich gegen den abendlichen Lärm in der "Milchbar" in Zürich wehren. (Die Brandestini-Nachkommen, also Frau Valsangiacomo-Brandestini und ihr Bruder, werden in der Reichen-Liste der Schweiz immerhin mit einem Vermögen von 500 Millionen Franken eingeschätzt). Die Eheleute Valsangiacomo-Brandestini besitzen eine Wohnung oberhalb der "Milchbar" und wollen, dass ab 22 Uhr, wie vom Gesetz bestimmt, dort Ruhe herrscht.

Im Streitfall "Milchbar", wo sie sich durch Anwalt Valentin Landmann vertreten lassen, tut man ihnen unrecht, wenn man ihr Vorgehen als Kaprice der Reichen verurteilt. Michel Péclard, der Betreiber der "Milchbar", hat die Neigung, sich über geltende Bestimmungen hinwegzusetzen. Ganz nach dem Motto: Die Gesetze sind für die Anderen. Mit dieser Mischung aus Unbeschwertheit und Selbstüberschätzung hat er sich bei "Fischer's Fritz" Ärger mit den Behörden eingehandelt. Er musste Zelte, für die er keine Bewilligungen hatte, abbauen lassen. Das war vor einem Jahr. Auch damals stellte er sich - publizitätswirksam kam er in allen Zeitungen - als Opfer dar.

Michel Péclard ist ein charmanter Kerl mit einem guten Geschäftssinn. Dass er geltende Bestimmungen ignoriert, ist für das klagende Ehepaar wohl - mehr als der Lärm - die eigentliche Provokation.

News aus Havanna

Franzosen betreiben den Flughafen in Havanna. Nach der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen den USA und Kuba wird der Flughafen José Marti in Havanna (3,5 Millionen Passagiere im Jahr 2015; dieses Jahr werden 3,7 Millionen erwartet) von Paris aus betrieben.

Jetzt verstehe ich, warum die Rechnung für das Mietauto, das wir in Kuba gebucht hatten, aus Paris kam.

Wir waren gerade in Kuba - ein grossartiges Land (herrlichste Landschaft) mit grossartigen Menschen. Vor allem, wenn man bereit ist, sie zu verstehen.

Nur das mit dem Mietauto klappte nicht. Wir haben bei www.havanautos.com einen Mittelklassewagen für sieben Tage bestellt und 560 Dollar bezahlt. Alles war bestätigt, doch leider war - als wir in Havana auf dem Mietwagen-Parkplatz standen - kein Auto da. Also Vorsicht bei Autobestellungen auf Kuba: Reservation und Bezahlung werden entgegengenommen, auch für Autos, die nicht vorhanden sind. Das Geld kassieren (vermutlich) nicht die Kubaner, sondern die Exil-Kubaner in Miami - und neuerdings auch die Franzosen.

Ende gut, alles gut: Wir nahmen einen Oldtimer (Pontiac 55) mit Chauffeur (Julio), und die 560 Dollar, die nach Paris gingen, haben wir abgeschrieben. Ich habe auch schon mal ein Paar Schuhe für 560 Dollar gekauft, das ich nie getragen habe...

Sehnsuchtsorte Festspiele: Alles im Wandel

Bisher musste, wer an die Bayreuther Festspiele wollte, mindestens zehn Jahre warten (und es jedes Jahr erneut versuchen), bis er endlich Eintrittskarten bekam, heute kann man die Karten für den Grünen Hügel auf e-Bay ersteigern. Bayreuth im Wandel? Die Wirkungsstätte von Richard Wagner, wo der Meister höchstpersönlich die Scheune bauen liess, die seiner Musik perfekten akustischen Raum bietet, war stets von Skandalen gebeutelt und von künstlerischen Dramen erschüttert. Absagen, Umbuchungen und heuer sogar die Flucht des Dirigenten. Andris Nelsons, der die Festspieleröffnung „Parsifal“ hätte dirigieren sollen, verliess Bayreuth fluchtartig. Der Musikdirektor Christian Thielemann sass bei seinen Proben, kritisierte ihn, was Nelsons, Leiter des Boston Symphony Orchestra und ab 2018 Chef des Gewandhausorchesters in Leipzig, so enervierte, dass er nach Riga abreiste und per Mail mitteilte, dass er nicht daran denke zurückzukehren. Er, der vor sechs Jahren hier mit „Lohengrin“ einen der grössten Erfolge Bayreuths feierte, wurde durch den 73-jährigen Hartmut Haenchen ersetzt.

Inszenieren sollte den „Parsifal“ der deutsche Provokationskünstler Jonathan Meese, der in seinen Inszenierungen oft mit Hitler- und Nazibezügen arbeitet. Das war der Festspiele-Leiterin Katharina Wagner dann zu heikel. Bayreuth und Hitler - eine fatale Verflechtung. Hitler war ein glühender Wagner-Fan, und Wagners Schwiegertochter Winifred eine glühende Hitler-Verehrerin (sie wollte, nach dem Tod ihres Mannes, sogar Hitler heiraten). So ersetzte die Intendantin, Richard Wagners Urenkelin, Jonathan Meese durch den bewährten Uwe Eric Laufenberg, der einen „Parsifal“ aus der Schublade ziehen konnte, den er für Köln konzipiert hatte. Die Titelrolle singt Klaus Florian Vogt.

Dieses Jahre hat Angela Merkel ihren Besuch auf dem Grünen Hügel abgesagt. Sie war bisher stets der höchste Gast bei der Eröffnung der Bayreuther Festspiele. Ob der Bundeskanzler der Zukunft mit der gleichen Nibelungentreue wie die Kanzlerin, die hier als Begleiterin ihres Ehemanns Joachim Sauer, eines Wagner-Liebhabers, erscheint, auch nach Bayreuth pilgern wird, steht in den Sternen. Zehn Werke stehen Bayreuth, wo ausschliesslich Musikdramen von Richard Wagner gespielt werden, zur Verfügung. Und die Leute, die sich in Richard-Wagner-Zitaten unterhalten, sterben langsam aus.

Wenn sich herausstellt, dass Katharina Wagner, die am Grünen Hügel auch hin und wieder inszeniert, eine zweit- wenn nicht drittklassige Regisseurin ist, dann verblasst auch der Nimbus der Wagner-Gene.

Bayreuth, ein geliebter Sehnsuchtsort, nicht leicht in die Zukunft zu führen!

 

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Salzburg hat auch ein Problem. Nämlich dass Österreich im Moment keinen Bundespräsidenten hat, (man nennt ihr hier – da wenig politische Kompetenzen, dafür Repräsentationspflichten – den „Grüss-August“), der traditionell die Eröffnung der Salzburger Festspiele mit seiner Gegenwart adelt. So macht das Doris Bures, die Nationalratspräsidentin. Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler, seit 1995 im Amt, hat angekündigt, dass sie sich zur Wiederwahl stellen wird, während der Schauspieler Cornelius Obonya mitteilte, dass er den „Jedermann“, die symbolträchtigste Rolle dieser Festspiele, heuer zum letzten Mal auf dem Domplatz spielen wird. Was in Salzburg für grosse Aufregung sorgt. Nächstes Jahr kommt ein neuer Intendant, Markus Hinterhäuser, der Pianist, der die Wiener Festwochen leitete und ein Jahr in Salzburg Interims-Intendant war (nach dem vorzeitigen Abgang von Jürgen Flimm und vor dem Kurz-Gastspiel von Alexander Pereira). Man darf sich da auf viel Neues freuen! Salzburg ist, wie jeden Sommer, Hotspot der High Society und der grossen Künstler. Hier tummeln sich zurzeit: Thomas Gottschalk, Bianca Jagger, Corinna Flick, Elisabeth Gürtler, die Porsches und die Schwiegermutter der schwedischen Prinzessin Madeleine. Es sind haargenau die Gleichen wie jedes Jahr. Und auch Anna Netrebko ist da. Ihre Vorstellungen („Manon Lescaut“, konzertant) und jene mit Placido Domingo (Thaïs“, auch konzertant) sind restlos ausverkauft. Für alles andere gibt es noch Karten.

 

 

Die Krankheit der Mächtigen: Hybris und Eitelkeit

Roger Schawinski hat ein Buch geschrieben ("Ich bin der Allergrösste"), in dem er den Narzissmus der Männer in den Chefetagen gnadenlos entlarvt. Narzissmus und Hybris würden diese Männer zu Machtgehabe, Geldgier, Realitätsverlust verleiten und schliesslich sie selbst und oft auch ihre Firmen ins Unglück stürzen. Frauen kommen in dem Buch keine vor, "weil sie sich nur selten in Führungspositionen vorkämpfen und Hybris bei ihnen grundsätzlich weniger häufig auftritt" (so der Autor).

Joe Ackermann, der einst gefeierte Banker, muss ein besonderes Ekel gewesen sein. In früheren Jahren ging er in Luxushotels zum Concierge, erkundigte sich, welche VIPs im Hotel abgestiegen seien und lauerte ihnen dann im Lift oder in der Lobby auf, um mit ihnen in Kontakt zu kommen. Später, als er mächtig war, liess er Menschen stundenlang im Vorzimmer warten, um seinen Status zu demonstrieren. Intellektuell hochmütig und kalt sei er gewesen. Dass er eine Zeitlang Gesangsunterricht nahm, um seine Stimme zu schulen, macht ihn schon wieder sympathisch. Schawinski konstatiert beim einstigen Chef der Deutschen Bank Bluff, Darstellungsbedürfnis und einen gehörigen Mangel an Empathie.

Sein Kollege Marcel Ospel sei in der fatalen Nacht, als es um die Rettung der Swissair ging und ihn Bundesrat Moritz Leuenberger mehrmals am Telefon zu erreichen versuchte, im Privatjet, der ihn über den Atlantik flog, so betrunken gewesen, dass man ihn aus dem Flugzeug tragen musste. Schon als Bankier habe er, der gern dem schottischen Whisky zusprach, "etwas billig und schmierig" gewirkt. "Er trat eher wie ein Schlagerstar auf", zitiert Schawinski einen von Ospels Vertrauten.

Daniel Vasella sei von einer Geldgier angepeitscht worden, die daher rührte, dass er sich lange Zeit unterbezahlt fühlte und sein Selbstwertgefühl mit unverschämt hohen Boni kompensieren wollte. Um sich habe der Novartis-Boss eine "Atmosphäre der Angst" geschaffen.

"Hybris im privaten Raum" habe Jörg Kachelmann jahrelang betrieben. Mit seinem raffinierten Netzwerk von zahlreichen sexuellen Beziehung kommt der umtriebige Wetterfrosch dran, Schawinski schreibt von 14 Geliebten - gleichzeitig. Dass er jahrelang nicht erwischt wurde, steigerte seine Hybris und die Überzeugung seiner Unverwundbarkeit.

Joseph S.Blatter habe alles unternommen, um den Friedensnobelpreis zu bekommen, schreibt Schawinski. Wie weit die narzisstische Selbsteinschätzung des einstigen FIFA-Bosses geht, entlarvt eine Aussage von Blatter, die Schawinski genüsslich zitiert: "Ich habe gelitten, auch Christus hat gelitten. Jetzt geht es mir wieder gut." Sehr eitel sei Herr Blatter, den Mächtigen der Welt werfe er sich "schamlos an die Brust". So eröffne er die Telefonate mit Wladimir Putin mit "Hallo, my friend Wladimir". Auch Blatters aktuelle Herzdame, die Armenierin Linda, bekommt ihr Fett ab. Bei Veranstaltungen sitze sie in der ersten Reihe und führe sich auf "wie eine aufgekratzte Cheerleaderin". Mit Klaus Stöhlker als Sprachrohr habe Blatter einen "notorisch unseriösen PR-Menschen" gewählt. Ja, Schawinski ist in seinem Buch erfrischend frech.

Auch bei Franz Beckenbauer, Steve Jobs, Thomas Middelhoff wird Hybris und übersteigerte Selbstliebe konstatiert, und auch sich selbst schliesst Autor Schawinski aus dieser Gefährdung durch Erfolg nicht aus. In kluger Introspektion erklärt er seinen eigenen Narzissmus, den er aber glaubt, durch Erkenntnis überwunden zu haben.

Unfreiwillige Absenz vom Society-Parkett

Das gesellschaftliche Leben muss eine Zeitlang ohne Ljuba Manz auskommen (und sie ohne es): Die berühmteste Hotelière der Schweiz ("St.Gotthard" in Zürich) wurde kurzfristig ausser Gefecht gesetzt. Beim Hochheben ihres Enkels hat sie sich einen Nerv eingeklemmt, landete im Rollstuhl, musste zur Rekonvaleszenz nach Bad Ragaz, wo sie von ihrem jungen Ehemann liebevoll betreut wurde. Zurzeit erholt sie sich auf Ischia.

Wie man Ljuba Manz kennt, unzimperlich und lebenslustig, wird sie nach dem Sommer in alter Frische wieder auftauchen und das Society-Parkett mit ihrer Gegenwart bereichern. Wir wünschen gute Genesung!

30 Jahre Haus Konstruktiv

Überraschungseffekte sind in der Kunst wichtig, und so war es super, dass beim Fest zum 30-jährigen Bestehen des Haus Konstruktiv die Feuerwehr anrückte. Der Künstler Olaf Breuning zeigte seine Performance „Smoke Bombs“; der riesige Feuerball beim Bahnhof Sellnau hatte den Brandalarm ausgelöst. Das Haus Konstruktiv musste den üblichen Feuerwehr-Einsatz von 2'000 Franken berappen. Kein Wahnsinnsbetrag, aber für ein Haus, das finanzielle Engpässe kennt, doch eine Summe. Mit 67 Prozent Eigenfinanzierung legt das Haus Konstruktiv eine beachtliche Leistung hin; seit 2013 ist Sabine Schaschl Direktorin, vorher leitete die Österreicherin elf Jahre lang das Kunsthaus Baselland in Muttenz; an Wochenenden findet ihr Privatleben nach wie vor in Basel statt, wo ihr Lebenspartner, ein Immobilienmann aus Basel/Luzern, lebt.

30 Jahre Haus Konstruktiv war ein sehr farbiger Anlass. Andreas Durisch, Präsident des Stiftungsrats, begrüsste die Gäste, ein Vorgänger Hans-Ulrich Schweizer (früher Werbung) war auch da, wie auch Kunstsammler und Anwalt Peter Nobel mit Frau Annette. Josef Estermann, ex-Stadtpräsident, hielt eine philosophische Rede zum Thema „Um die Ecke denken“ (so heisst die gegenwärtige Ausstellung, die ausschliesslich Werke aus dem Sammlungsbestand, also keine Leihgaben, zeigt), und dann sprach – in einem ausgesucht schönen schwarzen Kleid – Sabine Schaschl. Auf unbequemen, improvisierten Klappstühlen und Stehplätzen lauschten die Gäste den langen Ansprachen.

Es war ein buntes Künstlervolk. Ausser dem „bösen Buben“ Olaf Breuning, dem der Brandalarm zu verdanken ist, war Yves Netzhammer da, der in der Ausstellung mit einer raumfüllenden Installation vertreten ist, die gerade an der Biennale Kiew gezeigt wurde, und Sylvie Fleury. Man sah die Künstlerin Caro Niederer, die früher mit David Weiss (Fischli/Weiss) verheiratet war, Eugenia A. Burgo und Verlagsmanager Tobias Trevisan, Kunsthändler Nicola von Senger, Kunsthändlerin Yamileh Weber und ihren Nachfolger Roman Plutschow, der ihre Galerieräume an der Waldmannstrasse übernommen hat. Künstlerin Silva Preiss war mit Ehemann Thomas Preiss (ex-Chirurg und einst GC-Torhüter) da, ihre Tochter Joy Neri-Preiss ist für die Kommunikation (unter anderem, weil die Mitarbeiter bei dem Mini-Budget auch „Mädchen für alles“ sind) im Haus Konstruktiv zuständig. Viele junge Künstler, Galeristen, Kunstschaffende und „starving artists“ waren da: das Büffet mit den gut gefüllten Laugenbrötli war in Windeseile leergefegt.

 

 

Opernstars: Aufstieg und eine Absage

Viele Opernfreunde rechnen es Intendant Andreas Homoki hoch an, dass er wieder Operetten ins Repertoire nimmt. „Das Land des Lächelns“ von Franz Lehar hat im Juni 2017 Premiere; Homoki inszeniert, Generalmusikdirektor Fabio Luisi dirigiert. Grösste Freude herrscht, weil Piotr Beczala die Hauptrolle des Prinzen Sou-Chong singt. Viele Sänger versuchen sich an Operetten, auch Spitzensänger, aber keiner hat diesen Schmelz, den Beczala für Operetten hat, nur zu vergleichen mit dem „unsterblichen“ Fritz Wunderlich.

Piotr Beczala wohnte lange in Zürich; er ist heute ein Weltstar. Der lyrische Tenor hat soeben sein Début als „Lohengrin“ an der Semperoper in Dresden gegeben, das weltweite Beachtung fand, weil Anna Netrebko seine Partnerin als Elsa von Brabant war. Beide sangen erstmals eine Wagner-Oper, was sie bravourös meisterten. Am Dirigentenpult stand Christian Thielemann.

Piotr Beczala hat seine Karriere in Zürich begonnen. Alexander Pereira, der ein grosser Stimmen-Entdecker war (und ist), holte ihn 1997 nach Zürich (vorher sang er in seiner Heimat Polen und in Linz). Seit seinem Début an der Limmat mit „La Traviata“ eroberte er sämtliche wichtige Bühnen der Welt.

Für das Opernhaus-Publikum ein schwerer Schlag ist eine Absage, die noch gar nicht offiziell mitgeteilt wurde. Juan Diego Florez, der Star-Tenor aus Lima, hat Bellinis „I Puritani“ abgesagt. Es sollte eine Highlight der Zürcher Festwochen sein (Homoki inszeniert). Über der Absage steht ein grosses Warum. Stillschweigend wurde der unerreichte Florez durch Lawrence Brownlee ersetzt, einen Afroamerikaner aus Ohio. Auf Youtube lässt sich der Unterschied hören.

 

 

Wiener Lieder im Zunfthaus zur Waag

Der Sänger Andreas Winkler war lange ein vielseitig einsetzbarer Tenor am Zürcher Opernhaus, er sang u.a. in „Die Meistersinger von Nürnberg“ und „Madame Butterfly“. Als er erkannte, dass es für die Weltkarriere nicht reicht, baute er sich ein zweites Standbein auf: die Unterhaltungsmusik. Erst gründete er die Band „Sentimental Gangsters“, welche die Zuhörer in der Chicago der 30er Jahre entführte, später die „Don Giovannis“, wo er italienische Schnulzen mit Opernarien kunstvoll verband. Er machte CDs, die seine Frau Camilla, eine zierliche Tänzerin, an den Plattentaufen verkaufte. Andreas Winkler ist Anfang 40, er hat eine kleine Familie, er muss sich etwas einfallen lassen für den Lebensunterhalt. Jetzt hat er eine neue Idee, besinnt sich seiner österreichischen Wurzeln (er ist Tiroler), und singt neuerdings Wiener Lieder (von Johann Strauss und Franz Lehar bis Robert Stolz). Mit der Pianistin Judit Polgar (Tochter des verstorbenen Baritons Laszlo Polgar) und dem „Teufelsgeiger“ Juri Drole hat er jetzt das Programm „Wiener Blut“ einstudiert, mit Walzer- und Operetten-Melodien und Czardas. Ein Konzert findet am 26. Juni im Zunfthaus zur Waag statt. Der Wirt Sepp Wimmer hat immer ein offenes Ohr und ein grosszügiges Herz für Künstler, er wird Grünen Veltliner ausschenken.

 

 

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